Die Kinder von Etzelsdorf

Mag. Martin Kranzl-Greinecker besuchte unsere Schule, um den 4. Klassen von den Kindern der Zwangsarbeiterinnen in Oberösterreich zu erzählen, ein vergessenes und verdrängtes Kapitel aus der Zeit des Nationalsozialismus.

Hier einige Eindrücke der Schüler und Schülerinnen:
Das NS-Regime zwang hunderttausende Frauen und Mädchen aus dem Osten zur Arbeit in der Landwirtschaft und in Rüstungsbetrieben. Wenn sie schwanger wurden, nahm man ihnen die Säuglinge weg und steckte sie in ein Kinderheim.
Ich finde das so schlimm, denn ein Baby sollte doch bei seiner Mutter aufwachsen! Die Kinder bekamen pro Tag nur einen halben Liter Milch und zwei Würfelzucker. Viele starben deswegen an Unterernährung. Im Bericht stand dann zum Beispiel: An Lungenentzündung verstorben ...
Nach dem Krieg wollten die Mütter ihre Kinder wieder abholen, aber da die Kinder in den Heimen keine Namen hatten, wurden viele vertauscht.

Herr Kranzl erzählte uns von Frau Katharina Brandstätter. Sie ist eine Überlebende von so einem Kinderheim. Sie wurde in einer falschen Familie großgezogen, von der sie keine Liebe bekam. Sie wusste immer, dass das nicht ihre richtige Mutter ist. Sie weiß also nicht, wer sie ist, wann sie Geburtstag hat und wie sie wirklich heißt. Es muss schrecklich sein, das nicht zu wissen.

Michael, Nadine 4a, Sabrina, Cornelia 4b

 

Wenn eine Zwangsarbeiterin schwanger wurde, gab es nur zwei Möglichkeiten: Sie wurde zur Abtreibung gezwungen oder der Säugling wurde in ein Kinderheim gesteckt. Es hat mich so geschockt, dass jemand so etwas tun kann, noch dazu mit total unschuldigen Babys. Die Kinder dieser "Untermenschen" wurden nur deswegen am Leben erhalten, damit sie später selber arbeiten müssen. Troztdem starben viele!

Ich könnte mir auch nie vorstellen, in so einer Situation zu leben wie Katharina Brandstätter. Es wäre schrecklich für mich ohne Eltern und ohne etwas von mir selbst zu wissen!!

Ich finde es gut, dass sich Herr Kranzl so intensiv damit beschäftigt hat, sonst wüssten wir heute gar nicht mehr, was damals passiert ist.

Er sorgt auch dafür, dass es Gedenktafeln mit den Namen der verstorbenen Kinder gibt.

Alexandra 4b

 

Vor zwei Jahren war ich mit meiner Klasse im Lindenhof auf Schikurs und es ist uns sehr gut gegangen dort. Nie hätte ich mir gedacht, dass der Lindenhof früher ein Kinderheim war für Babys von Zwangsarbeiterinnen.

Domagoj 4b